Windhunde 

Als die Vornehmsten und Adligsten gelten heute die Abkommen des sogenannten Pharaonenhundes, der selbst wieder vom steinzeitlichen Langkopfhund abstammt. Ihre Vorfahren finden wir bereits auf Bildern aus dem alten Ägypten, wo sie Beglei­ter von Königen und Göttern sind. Auch heute gelten die Windhunde als etwas Be­sonderes. Wer diese edlen Tiere einmal auf der Rennbahn mit fünfzig bis sechzig Stundenkilometern hinter dem ,,elektrischen Hasen" herrasen sah, wird dieses ele­gante Bild nie vergessen.

Auch heute gibt es noch eine Hunderasse, die verblüffend mit den Abbildungen in alten Ägyptischen Grabkammern übereinstimmen: die Pharaonenhunde. Man nimmt an, dass er mit den Phöniziern nach Malta kam, das sie als Stützpunkt für ihren Handel benützten. Der Pharaonenhund ist etwa 60 Zentimeter hoch, rot­braun mit einem schmalen weißen Streifen auf dem Fang und einem weißen Stern auf der Brust Er hat ein freundliches und fröhliches Gemüt und ist sehr anhänglich. Für die Hasen- und Fuchsjagd züchtete man bereits sehr früh in Russland den Barsoi (man spricht den Namen nicht französisch aus!), einen langhaarigen, sehr elegan­ten Windhund. Vorzugsweise ist dieses schmale Tier mit dem langen Schädel und den geschmeidigen Bewegungen weiß oder weiß mit gelben, roten oder grauen Flecken. Der Barsoi ist ruhig, zurückhaltend und friedliebend, Fremden gegenüber verhält er sich misstrauisch.

Etwas kleiner als der mit durchschnittlich 75 Zentimeter Schulterhöhe doch schon recht große Barsoi, ist der auch bei uns sehr angesehene Afghane, der in seinem Heimatland noch immer ein geschätzter Arbeitshund ist. Er wird sowohl für die Jagd, vor allem auf die leichtfüßige Gazelle, eingesetzt, als auch als Wach- und Hütehund.

Weniger bekannt ist bei uns der Greyhound (höchstens als Marke der größten amerikanischen Bus-Gesellschaft), obwohl er aus unseren Breiten stammt. Er kam mit den Kelten nach England, wo man ihn bei der Jagd einsetzte.

Das ,,Rennpferd des kleinen Mannes" ist in England das Whippet. Sein Ursprung ist nicht ganz klar. Die einen glauben, dass er eine Kreuzung aus Greyhound und Terrier sei, die anderen meinen, er stamme vom Pharaonenhund ab, der mit den Römern im Jahre 55 unserer Zeit nach England kam. Allerdings lässt seine Ähnlichkeit mit dem Greyhound die erste Möglichkeit wahrscheinlicher erscheinen. Ursprünglich benutzten ihn die Bergarbeiter für Wettkämpfe im Kaninchenfangen was natürlich auch Wilddiebe auf entsprechende Ideen brachte; heute setzt man ihn bei Windhundrennen ein, die in den Bergarbeiter-Städten Englands fast ebenso viele Zuschauer anziehen, wie bei uns die Trab- oder Galopprennen, und wo am Totalisator ebenso hohe Umsätze gemacht werden.