Stöber- und Vorstehhunde

Ebenfalls zu den Laufhunden gehört die Art der Stöberhunde. Wie ihr Name sagt, dienten sie dazu, das Wild, das sich versteckt hafte, aufzustöbern und dem Jäger zuzutreiben. Bei uns die bekannteste Art ist der Spaniel, von dem es wiederum acht verschiedene vom internationalen Zuchtverband anerkannte Arten gibt. In Deutschland werden vor allem zwei Arten gezüchtet, der Springer- und der Cocker-Spaniel. Spaniels sind intelligent, fröhlich, anhänglich und kinderlieb. Wenn der Halter allerdings nicht aufpasst, neigen sie leicht zum Dickwerden' vor allem Cockerspaniels haben nur einmal am Tag Hunger: vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Sie lieben das Wasser - und kein Tümpel oder Bachlauf kann schlam­mig genug sein, als dass sie nicht hinein möchten.

Ende des vorigen Jahrhunderts begannen deutsche Berufsjäger, die noch verblie­benen, mittelgroßen, langhaarigen Gebrauchshunde, die schon seit langem als Vogelhunde bekannt waren, systematisch zu züchten. Dadurch erhielt man einen sehr vielseitigen Wachtelhund, der sich hervorragend für bewaldetes Gelände eignet, weil er laut kläffend das Gebiet absucht und so das begehrte Federwild auftreibt.

Schließlich gehört auch der Vorstehhund zu den Laufhunden. Er tritt erst nach der Entwicklung der Feuerwaffen als Weiterentwicklung des Vogelhundes auf. Er spürt erst das Wild auf, bleibt dann aber für den Jäger sichtbar davor stehen, jagt es dann auf Befehl hoch und apportiert es nach dem Schuss. Der Laufhund jagt, weil er von seinen angeborenen Instinkten dazu getrieben wird, daher braucht er wenig Abrichtung. Anders dagegen beim Vorstehhund, dem man von klein auf beibrin­gen muss, dass es nicht möglich ist, nach Herzenslust hinter dem Wild herzujagen. Für diese Arbeit eignen sich einige Rassen besonders, eine davon ist der Setter, zu dessen Vorfahren auch der Spaniel gehört. Von den drei Setterarten ist bei uns der kastanienbraune lrish Setter der bekannteste. Er ist ein ruhiger Zeitgenosse, der aber hin und wieder zu Temperamentsausbrüchen neigt. In seiner Heimat wird er neben der einzig zugelassenen braunen Färbung auch noch in der bereits früher vorkommenden rot-weißen Färbung gezüchtet.

Der Spaniel war wahrscheinlich zusammen mit dem Neufundländer Vorfahre des heute in fünf Arten gezüchteten Retrievers. Während in England und Amerika auch die anderen Arten recht bekannt sind, kam bei uns nur der gold- oder rahmfarbene Golden Retriever zu einiger Bekanntheit.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts züchtete man in Westfalen aus alten Schlägen von langhaarigen Vorstehhunden erst den Kleinen und dann den Großen Münsterlän­der. Sie sind beide vielseitige Gebrauchshunde und passionierte Arbeiter bei der Jagd.

Sein hartes Fell gab dem Deutsch Drahthaar seinen Namen. Der etwa 60 bis 65 Zentimeter große meist dunkel- bis mittelbraune Hund ist ein leistungsstarker, vielseitiger Jagdgebrauchshund, ein kluger, zutraulicher und hingebungsvoller Freund der Familie. Jedoch braucht er eine konsequente Hand und viel Auslauf, so dass er eigentlich nur für die Haltung durch Jäger geeignet ist.

Die Kreuzung aus Nachkommen von Bronze- und Aschenhund ergab eine der heute beliebtesten Hunderassen: die Pudel. Ursprünglich verwendete man sie für die Wasserjagd. So soll sich auch der französische Name ,,Caniche" von dem Wort ,,canard   Ente" herleiten. Er ist in mehrere Arten aufgeteilt, die sich aber eigentlich nur durch die Größe unterscheiden. In der Stadt wird mit dem Fell dieser Hunde meist ein richtiggehender Kult getrieben, er muss mindestens genau so oft zum Friseur wie Frauchen selbst - und die Frisur unterliegt ebenso der Mode. Dabei ist der Pudel sehr gelehrig, aufmerksam und aufgeweckt, flink und stets agil. Er bie­tet bei der Führung kaum Probleme, wahrscheinlich einer der Gründe, warum er so beliebt ist.

Als letzter gehört schließlich zu dieser Reihe der Malteser. Diese kleinen, langhaari­gen, weißen Hunde, die von der Insel Malta stammen, nannte bereits der Philo­soph Aristoteles im vierten Jahrhundert vor Christus „die Lieblinge der Frauen". Später waren sie im Mittelalter wieder große Mode, auf vielen Abbildungen aus dieser Zeit kann man sie sehen.

Ausgezeichnete Raubwildjäger sind die Foxterrier, wie schon der Name sagt. Besonders beliebt ist dabei die drahthaarige Art.