Herkunft
Der Rottweiler gehört zu den ältesten
Hunderassen, deren Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück. Im
Geleit römischer Legionen soll er mit über die Alpen gekommen sein, wo
er in der Gegend von Rottweil heimisch wurde. Rottweil ist eine alte römische
Reichsstadt, die den Namen des Hundes trägt. Dort wurde er als Hüte-
und Treibhund und zum Schutz seines Herrn bzw. dessen Eigentum gehalten.
Die Zucht, die insbesondere von Metzgern betrieben wurde, machte ihn zu
einem Dienst und Zughund. Seit dem Jahre 1910 wurde er auch als
Diensthund in der deutschen Gendarmerie eingesetzt.
Standard
Massverhältnisse (Proportionen): Das Mass
der Rumpflänge, gemessen vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker, sollte
dasjenige der Widerristhöhe höchstens um 15% überschreiten.
Kopf / Oberkopf: Mittellang.
Schädel: Zwischen den Ohren breit, in der Stirnlinie, seitlich
gesehen, mässig gewölbt. Hinterhauptstachel gut entwickelt, ohne stark
hervorzutreten.
Stop: Stirnabsatz ausgeprägt.
Gesichtsschädel: Nase : Nasenrücken gerade, mit breitem Ansatz
und mässiger Verjüngung; Nasenkuppe gut ausgebildet, eher breit als
rund, mit verhältnismässig grossen Öffnungen, stets von schwarzer
Farbe.
Schnauze: Der Fang sollte im Verhältnis zum Oberkopf weder
gestreckt noch verkürzt wirken.
Lefzen: Schwarz, fest anliegend, Lefzenwinkel geschlossen,
Zahnleiste möglichst dunkel.
Kiefer: Kräftiger, breiter Ober- und Unterkiefer.
Backen: Jochbogen ausgeprägt.
Gebiss: Stark und vollständig (42 Zähne), die oberen Schneidezähne
greifen scherenartig über die des Unterkiefers.
Augen: Mittelgross, mandelförmig, von tiefbrauner Farbe; Lider
gut anliegend.
Ohren: Mittelgross, hängend, dreieckig, weit voneinanderstehend,
hoch angesetzt. Der Oberkopf erscheint bei nach vorn gelegten, gut
anliegenden Ohren verbreitert.
Kopfhaut: Liegt überall straff an und darf bei hoher
Aufmerksamkeit leichte Stirnfalten bilden.
Hals: Kräftig, mässig lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter
Nackenlinie, trocken, ohne Wamme oder loser Kehlhaut.
Rumpf / Rücken: Gerade, kräftig, stramm.
Lendenpartie: Kurz, kräftig und tief.
Kruppe: Breit, von mittlerer Länge in leichter Rundung
verlaufend, weder gerade noch stark abfallend.
Brust: Geräumig, breit und tief (ca. 50% der Widerristhöhe),
mit gut entwickelter Vorbrust und gut gewölbten Rippen.
Bauch: Flanken nicht aufgezogen.
Rute: Kurz kupiert, gemäss Rassestandard vom 16.01.1996 wobei
ein oder zwei Rutenwirbel sichtbar erhalten bleiben. In Ländern, in
denen der Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, muss die Rute
naturbelassen bleiben (im Mutterland Deutschland wie z.B. auch der
Schweiz wurde seit 1997 ein staatliches Rutenkupierverbot verhängt).
Nachdenklich stimmen kann, dass der Rassestandard herausgeben vom
Standard bestimmenden Mutterland (Deutscher Rottweiler Club) immer noch
nicht weltweit angepasst bzw. geändert vorgeschrieben wird).
Gliedmassen / Vorderhand: Die Vorderläufe sind von vorn gesehen
gerade und nicht eng gestellt. Die Unterarme stehen, seitlich gesehen,
gerade. Die Neigung des Schulterblattes zur Waagerechten ist etwa 45
Grad. Die Schultern sind gut gelagert und der Oberarm ist gut am Rumpf
anliegend. Der Unterarm ist kräftig entwickelt und gut bemuskelt. Der
Vordermittelfuss leicht federnd, kräftig, nicht steil und die Pfoten
sind rund, Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt, mit harten Ballen,
kurzen schwarzen und starken Nägeln.
Hinterhand: Von hinten gesehen sind die Hinterläufe gerade,
nicht eng gestellt. Im zwanglosen Stand bilden Oberschenkel zum Hüftbein,
Oberschenkel zum Unterschenkel und Unterschenkel zum Mittelfuss einen
stumpfen Winkel. Der Oberschenkel ist mässig lang, breit und stark
bemuskelt. Die Unterschenkel sind lang, kräftig und breit bemuskelt,
sehnig in ein kraftvolles gut gewinkeltes nicht steiles Sprunggelenk übergehend.
Die Pfoten sind etwas länger als die Vorderpfoten, ebenso gut eng
aneinanderliegend, gewölbt mit starken Zehen.
Gangwerk: Der Rottweiler ist ein Traber. Der Rücken bleibt fest
und relativ ruhig. Der Ablauf der Bewegung ist harmonisch, sicher,
kraftvoll und ungehemmt, bei guter Schrittweite.
Haarkleid / Haarbeschaffenheit: Das Stockhaar besteht aus
Deckhaar und Unterwolle. Das Deckhaar ist mittellang, derb, dicht und
straff anliegend. Die Unterwolle soll nicht aus dem Deckhaar
hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger.
Farbe: Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter,
rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen
sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.
Grösse und Gewicht:
Widerristhöhe für Rüden 61 bis 68 cm.
61 bis 62 cm klein, 63 bis 64 cm mittelgross
65 bis 66 cm gross = richtige Höhe, 67 bis 68 cm sehr gross
Gewicht ca. 50 kg
Widerristhöhe für Hündinnen 56 bis 63 cm.
56 bis 57 cm klein, 58 bis 59 cm mittelgross
60 bis 61 cm gross = richtige Höhe, 62 bis 63 cm sehr gross
Gewicht ca. 42 kg
Fehler: Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
Gesamtbild : Leichte, windige, hochläufige Gesamterscheinung, schwache
Knochen und Muskeln.
Kopf: Jagdhundekopf, schmaler, leichter, zu kurzer, langer,
plumper Kopf, flache Stirnpartie (fehlender oder zu geringer Stop).
Schnauze: Langer oder spitzer Fang, Spaltnase, Ramsnase
(konvexer) oder eingesunkener (konkaver) Nasenrücken; abfallender
Nasenrücken (Adlernase); helle oder gefleckte Nasenkruppe.
Lefzen: Offene, rosafarbene oder fleckige Lefzen, offener
Lefzenwinkel.
Kiefer: Schmaler Unterkiefer.
Backen: Stark hervortretende Backen.
Gebiss: Zangengebiss.
Ohren: Zu tief angesetzte, schwere, lange, schlappe, zurückgeklappte
sowie abstehende und ungleichmässig getragene Ohren.
Augen: Helle, tiefliegende, zu volle sowie runde Augen; schlaffe
Augenlider.
Haut: Kopfhaut faltig.
Hals: Zu langer, dünner, schwach bemuskelter Hals, Wamme oder zu
lose Kehlhaut.
Körper: Zu lang, zu kurz, schmal.
Rücken: Zu langer, schwacher oder eingesenkter Rücken, Karpfenrücken.
Kruppe: Abschüssige Kruppe, zu kurz, zu gerade oder zu lang.
Brust: Flachgerippter Brustkorb, tonnenförmige Brust, Schnürbrust.
Rute: Zu hoch oder zu tief angesetzte Rute.
Vordergliedmassen: Eng gestellte oder nicht gerade Vorderläufe.
Steile Schulter, fehlender oder mangelnder Ellbogenschluss, zu langer,
zu kurzer oder steiler Oberarm, weicher oder steiler Vordermittelfuss,
Spreizpfoten, zu flache oder zu stark gewölbte Zehen, verkümmerte
Zehen, helle Nägel.
Hintergliedmassen: Flachschenkelige, hackenenge, kuhhessige oder
fassbeinige Läufe, zu eng oder zu weit gewinkelte Gelenke,
Afterkrallen.
Haarbeschaffenheit: Weiches, zu kurzes oder langes Haar, Wellhaar,
Fehlen der Unterwolle.
Farbe: Fehlfarbige, unklar abgegrenzte, zu ausgedehnte Abzeichen.
Disqualifizierende Fehler: Ungenügendes
Geschlechtsgepräge (Hündinnentyp bei Rüden und umgekehrt).
Verhalten: Ängstlichkeit, scheue, feige, schussscheue, bösartige,
übertrieben misstrauische oder nervöse Tiere.
Augen: Entropium, Ektropium, gelbe Augen, verschiedenfarbige
Augen.
Gebiss: Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss; Hunde mit fehlendem
Incisivus (Schneidezahn), Caninus (Eckzahn), Prämolar oder Molar
(Backenzähne).
Haarbeschaffenheit: Ausgesprochen lang- und wellhaarige Tiere.
Haarfarbe: Farbe des Haarkleides abweichend von den für den
Rottweiler standardgemässen Farben schwarz mit braunen Abzeichen;
weisse Flecken.
Wie bei anderen Rassen haben Rüden zwei offensichtlich normal
entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack
(Skrotum) befinden.
Die Rottweilerzucht zielt auf ein kraftstrotzendes
Tier, schwarz mit rotbraunen, klar abgegrenzten Abzeichen, welches bei
wuchtiger Gesamterscheinung den Adel nicht vermissen lässt und sich als
Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund gleichermassen eignet.
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