Laufhunde
Der Aschenhund, dessen
Überreste
sich vor allem in Osterreich und Böhmen finden, dürfte der Vorfahre der
Laufhunde sein. Aus diesen wiederum entwickelten sich
die Vorstehhunde.
Alle Rassen dieser Art
haben gemeinsam, dass sie ursprünglich das Wild verfolgten, um es zu überwältigen
oder zu stellen, damit es der Jäger erlegen konnte. Sie verfolgen die Spur des
Wildes mit der Nase am Boden, wobei sie ständig ,,Hals geben", wie der Jäger
das dauernde Kläffen nennt. Es ist notwendig, damit die Verfolger wissen, wo
die Hunde sich gerade befinden.
Heutzutage ist die Hetzjagd
auf Wild seltener geworden, in Deutschland ist sie verboten. Man kann aber auch
heute noch - meist im Herbst - große Gesellschaften zu Pferde durch Wald und
Flur hinter einer Hundemeute hetzen sehen, es handelt sich dabei aber um eine
sogenannte Schleppjagd, wobei ein voranreitender Fuchs" mit einer Flüssigkeit
- meist Heringslake - eine Spur legt, die, die Hunde dann verfolgen.
Bei uns werden für diese
Sportart meistens Beagles verwendet, der bereits zu Zeiten König Heinrichs
VIII. in England gezüchtet wurde. Der halbhohe, lang wirkende Hund wird meist
in Rudeln gehalten, den sogenannten Packs.
Bekannt ist auch die
Hunderasse der Dalmatiner. Der etwa 55 bis 60 Zentimeter große Hund wirkt
ausgesprochen elegant, weshalb ihn manche Hundelexika auch in eine eigene Art
einreihen, die sogenannten ,,Großen Gesellschaftshunde". Im Gegensatz zu
seinem Namen stammt er nicht aus Jugoslawien, sondern aus England und wurde dort
aus einer sehr alten Brackenrasse gezogen. Das auffallendste an ihm ist die Färbung:
weiß mit vielen kleinen schwarzen Flecken. Dieser Zeichnung verdankt er es
auch, dass nach ihm ein Hindernis bei Pferdespringen benannt wurde, die
Stangen sind nämlich genau so angestrichen.
Laufhunde müssen nicht
unbedingt groß sein. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Rasse ist sogar
eher klein: der Dackel. Vor allem in Süddeutschland gehört er zu den am
meisten verbreiteten und beliebtesten Hunden, so dass manche Leute sogar vom
,,Münchner Bierdackel" reden, wobei dieser allerdings meist nicht ganz
reinrassig ist.
Der Dachshund oder Teckel,
so sein richtiger Name, dürfte auf den älteren Biberhund zurückgehen. Er
wurde gebraucht, um angeschossenes Wild aufzuspüren, aber auch, um Füchse,
Dachse und Biber aus ihren Bauten zu treiben. Dackel haben ihren eigenen Willen
und können seinen Besitzer manchmal zur Raserei bringen, weil sie zum
Ungehorsam neigen; wenn man ihm aber eine gewisse Freiheit lässt, wird man an
ihm einen angenehmen Hausgenossen haben.
Um die
Jahrhundertwende erschien in England der Basset-Hound' eine Kreuzung zwischen
verschiedenen französischen Basset-Rassen und dem Bluthund. Während in
Deutschland die Arten aus dem westlichen Nachbarland, wie der Basset
Bleu de Gascogne
oder der Basset Griffon Vendeen, weitgehend unbekannt sind, erreichte der
englische Vefter - vielleicht, weil er als Markenzeichen einer großen
Schuhfirma in vielen Anzeigen zu sehen war - einen gewissen Bekanntheitsgrad.
Der ruhige und anhängliche Hund, der leicht etwas plump wirkt, hat seinen eigenen
Kopf und hat ebenfalls nicht gerade den Ruf, einer der Gehorsamsten zu sein.