Hirtenhunde
Wichtig für den
Steinzeitmenschen war vor allem aber der sogenannte Bronzehund, von dem die
heute bekannten Hirtenhunde abstammen. Sie ermöglichten dem Menschen nämlich
den Übergang vom Jäger und Sammler zum Viehhirten und Bauern und legten somit
einen Grundstein für unsere Kultur. Mit Hilfe des Hundes war es erstmals möglich,
Herden, also Fleischvorräte, anzulegen, die es wiederum dem Menschen erlaubten,
sesshaft zu werden.
Als die Menschen
ihr Nomadenleben aufgaben und Felder anlegten, entstand der Bedarf nach einem
Hund, der die Herden zusammenhielt und sie davon abhielt, über die Acker zu
laufen. Die erste Voraussetzung für diese Arbeit war, dass die Hunde - neben
dem angeborenen Instinkt, die Herde zusammenzuhalten - schnell von Begriff
waren, so dass sie die Anweisungen des Hirten sofort befolgen konnten. Sie
mussten aber auch intelligent genug sein, um im Notfall selbst die Initiative
ergreifen zu können. Alle diese Eigenschaften finden sich auch heute noch bei
den Abkömmlingen dieser ersten Hütehunde.
Eine der ältesten noch
heute vorkommenden Rassen dieser Familie ist der Bobtail, auch Old English
Sheepdog genannt. Mit seinem dichten zottigen Fell und den über die Augen hängenden
Haaren ist der etwa 60 Zentimeter große Hund eine auffallende Erscheinung. Der
gutmütige Hund ist wenig angriffslustig und eignet sich gut für Familien mit
Kindern. Dabei ist er aber doch ein ausgezeichneter Wächter, der auf die Seinen
aufpasst.
Jedem Fernsehzuschauer ist
heute der Collie bekannt. Wenn auch die Erlebnisse des TV-Lieblings ,,Lassie"
maßlos übertrieben sind, so hat die Serie doch dazu geführt, dass der
Collie heute fast ein Modehund ist. Allerdings ist er auch mit seinem langen,
meist dreifarbigen Fell ein ausgesprochen gut aussehender Hund. Sein Benehmen
ist ruhig, Fremden gegenüber ist er meist etwas scheu.
Ein imponierendes Tier ist
auch der Deutsche Schäferhund. Sein Aussehen erinnert noch am meisten an seine
Wolfsvorfahren. Der Rüde hat eine Schulterhöhe von 60 bis 65 Zentimetern, die
Hündin ist etwa fünf Zentimeter kleiner. Sein Gesicht mit den ausdrucksstarken
Augen wirkt aufmerksam, den großen Stehohren scheint nichts zu entgehen.
Daneben gibt es noch eine
ganze Reihe weiterer Schäferhund-Rassen, denn je nach den spezifischen Bedürfnissen
und auch je nachdem, welche Hunderasse dort schon vorhanden war, entstanden in
den verschiedenen Gegenden und Landschaften verschiedene Arten. Es ist klar,
dass man zum Hüten einer Schafherde, die ruhig grasend vorwärts zieht, andere
Tiere braucht, als zum Treiben einer Pferdeherde in der ungarischen Pussta nötig
sind, andere wiederum, um Rinder auf einer Berg-Alm zu bewachen.
Der ungarische Kommondor
zum Beispiel wirkt, wenn er heute in der Stadt mit Herrchen an der Leine geht,
meist ungepflegt, ist das lange, dichte Deckhaar richtig-gehend verfilzt.
Allerdings wurde diese Decke herangezüchtet, um den durchschnittlich 80
Zentimeter hohen Hund vor den Unbilden der Witterung zu schützen. Seine
Verwandtschaft zu den Spitzen kann dagegen der Norwegische Buhund nicht
verleugnen. Nicht nur der Ringelschwanz des etwa 45 Zentimeter großen Hundes
weist das aus, sondern auch sein Charakter: er ist wachsam, selbständig und
mutig, aber auch laut und streitsüchtig.