Deutscher Boxer
Herkunftsland
Deutschland
Erscheinungsbild
Der Boxer ist ein mittelgrosser (je nach
Geschlecht zwischen 53 cm bis 63 cm), kurzhaariger Hund mit
ausgeglichenem, selbstbewusstem Wesen. Seine Bewegungen sind lebhaft,
voll Kraft und Adel.
Wesen
Er ist freundlich, gutartig und verspielt
in der Familie und mit Freunden sowie mit Fremden, die ihm freundlich
gegenübertreten. Im Ernstfall ist er jedoch bereit, aufgrund seines
Mutes und Schutztriebes seine Menschen zu beschützen und zu
verteidigen. Um diese Eigenschaften in sich vereinen zu können, ist
eine ausgeglichene Nervenverfassung verbunden mit selbstbewusstem Wesen
notwendig. Im Rassestandard ist ausdrücklich erwähnt: "Sein Wesen
ist von allergrösster Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege".
Herkunft
Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt
der Brabanter Bullenbeisser. Die damalige Zucht der Bullenbeisser lag
meistens in den Händen von Jägern, denen er zur Jagd diente. Seine
Aufgabe war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu packen und
festzuhalten. Jeder Bullenbeisser, der diese Merkmale hatte, war für
seine Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur Weiterzucht, die
früher nur nach der Tätigkeit und dem Verwendungszweck erfolgte. So
wurde auch eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen Hund
mit aufgestülptem Nasenschwamm hervorbrachte. Die offizielle Geburt der
Rasse folgte 1870, als eine Gruppe von Münchner Züchtern einen
Bullenbeisser und eine englische Bulldoge kreuzten und die Zuchtauslese
begann. Sie nannten die Hunde wegen ihres frohen Kampfmutes und stolzen
Wesens Boxer. 1895 wurden die ersten Exemplare in München ausgestellt.
Einige Boxer-Liebhaber gründeten darauf den Boxer-Klub. Von den
zahlreichen Champions und Vorfahren die diese Rasse prägten, war der
Zuchtrüde Rolf Wallhgall einer der erwähnenswertesten.
Boxer Standard
Allgemeines Erscheinungsbild: Der Boxer
ist ein mittelgrosser, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem,
quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken,
kräftig entwickelt und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind
lebhaft, voll Kraft und Adel. Der Boxer darf weder plump oder schwerfällig,
noch leibarm oder windig erscheinen.
Massverhältnisse / Proportionen
a) Länge des Gebäudes: Widerristhöhe: Das Gebäude ist
quadratisch, d.h. die Begrenzungslinien, eine waagerechte den Rücken
und je eine senkrechte die Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend,
bilden ein Quadrat.
b) Brusttiefe: Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die
Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe.
c) Länge des Nasenrückens / Länge des Kopfes: Die Länge des
Nasenrückens verhält sich zur Länge des Oberkopfes wie 1:2 (gemessen
von der Nasenkuppe bis zum inneren Augenwinkel bzw. vom inneren
Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein).
Verhalten und Charakter
Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen
sein. Sein Wesen ist von allergrösster Wichtigkeit und bedarf
sorgsamster Pflege. Seine Anhänglichkeit und Treue gegenüber seinem
Herrn und dem ganzen Haus, seine Wachsamkeit und sein unerschrockener
Mut als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist harmlos in der
Familie, aber misstrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich
beim Spiel, aber furchtlos im Ernst. Er ist leicht auszubilden vermögens
seiner Bereitschaft zur Unterordnung, seines Schneid's und Mutes, seiner
natürlichen Schärfe und seiner Riechfähigkeit. Bei seiner
Anspruchslosigkeit und Reinlichkeit ist er gleich angenehm und wertvoll
in der Familie wie als Schutz-, Begleit- oder Diensthund. Sein Charakter
ist bieder, ohne Falschheit und Hinterlist, auch im höheren Alter.
Fehler: Aggressivität, Bösartigkeit, Hinterlist, Unzuverlässigkeit,
Mangel an Temperament, Feigheit.
Kopf: Er verleiht dem Boxer das Gepräge, muss in gutem Ebenmass
zum Körper sein und darf weder zu leicht noch zu schwer erscheinen. Der
Fang soll möglichst breit und mächtig sein. Die Schönheit des Kopfes
beruht auf dem harmonischen Grössenverhältnis zwischen Fang und
Oberkopf. Von welcher Richtung der Kopf auch betrachtet werden möge,
von vorn, von oben oder von der Seite, immer muss der Fang im richtigen
Verhältnis zum Oberkopf stehen, d.h. niemals zu klein erscheinen. Er
soll trocken sein, also keine Falten zeigen. Naturgemäss bilden sich
jedoch Falten auf dem Oberkopf beim Stellen der Ohren oder, wenn das Ohr
nicht kupiert ist, bei erhöhter Aufmerksamkeit. Von der Nasenwurzel zu
beiden Seiten abwärts verlaufend sind Falten stets angedeutet. Die
dunkle Maske beschränkt sich auf den Fang und muss sich von der Farbe
des Kopfes deutlich abheben, damit das Gesicht nicht finster wirkt.
Schädel: Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein.
Er ist leicht gewölbt, weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu
breit, der Hinterkopf nicht zu hoch. Die Stirnfurche ist nur schwach
angedeutet, sie darf besonders zwischen den Augen nicht zu tief sein.
Stop: Die Stirn bildet zum Nasenrücken einen deutlichen Absatz.
Der Nasenrücken darf nicht bulldogartig in die Stirn eingetrieben, aber
auch nicht abfallend sein.
Backen: Die Backen sind dem kräftigen Kiefer entsprechend
entwickelt, ohne jedoch zu betont hervorzutreten. Sie gehen vielmehr in
einer leichten Wölbung in den Fang über.
Fang: Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen
des Raumes, also weder spitz noch schmal, kurz oder flach. Seine Gestalt
wird beeinflusst durch a) die Form der Kiefer, b) die Stellung der Fangzähne
und c) die Beschaffenheit der Lefzen. Die Fangzähne müssen möglichst
weit auseinander stehen und von guter Länge sein, wodurch die vordere
Fläche des Fanges breit, fast quadratisch wird und mit dem Nasenrücken
einen stumpfen Winkel bildet. Vorne liegt der Saum der Oberlippe auf dem
Saum der Unterlippe. Der aufwärts gebogene Teil des Unterkiefers mit
der Unterlippe, das Kinn genannt, darf die Oberlippe nach vorne nicht
auffällig überragen, noch weniger aber unter ihr verschwinden, sondern
er muss sowohl von vorn als auch von der Seite gut markiert sein. Die
Fang- und Schneidezähne des Unterkiefers dürfen bei geschlossenem Fang
nicht sichtbar sein, ebensowenig darf der Boxer bei geschlossenem Fang
die Zunge zeigen. Der Oberlippenspalt ist gut sichtbar.
Lefzen: Die Lefzen vollenden die Gestalt des Fanges. Die
Oberlippe ist dick und wulstig, sie füllt den Hohlraum aus, welcher
durch den längeren Unterkiefer entsteht, wobei sie von den Fangzähnen
desselben getragen wird.
Nase: Die Nase ist breit und schwarz, ganz leicht aufgestülpt,
weite Nasenlöcher. Die Nasenspitze liegt etwas höher als die
Nasenwurzel.
Gebiss: Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht
nach oben gebogen. Der Boxer beisst vor. Der Oberkiefer ist breit am
Oberkopf angesetzt und verjüngt sich nach vorn nur wenig. Das Gebiss
ist kräftig und gesund. Die Schneidezähne sind möglichst regelmässig
in einer geraden Linie angeordnet, die Fangzähne weit auseinander
stehend und von guter Grösse.
Augen: Die dunklen Augen sind weder zu klein noch hervorquellend
oder tief liegend. Der Ausdruck verrät Energie und Intelligenz, er darf
nicht drohend oder stechend sein. Die Lidränder müssen eine dunkle
Farbe haben.
Ohren: Hoch angesetzt, spitz kupiert (in vielen europäischen Ländern
gesetzlich Verboten), mässig lang und lotrecht getragen, im Ansatz
nicht zu breit. Die unkupierten Ohren haben eine angemessene Grösse,
eher klein als gross, sie fühlen sich dünn an; weit auseinander an den
höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt, liegen in
Ruhestellung an den Backen an. Wenn der Hund aufmerksam ist, sollten die
Ohren in einer deutlichen Falte nach vorne fallen. Fehler: Mangel an
Adel und Ausdruck, finsteres Gesicht, Pinscher- oder Bulldogkopf,
Geifern, Zähne oder Zunge zeigen, zu spitzer oder zu leichter Fang,
abfallender Nasenrücken, Leder- oder Wetternase, heller Nasenschwamm,
sogenanntes Raubvogelauge, nicht durchgefärbte Nickhaut, schlecht
kupierte Ohren: flatternde, halb aufgerichtete oder aufgerichtete Ohren,
Rosenohren, verkanteter Unterkiefer, schräge Zahnleiste, fehlerhafte
Zahnstellung, schwach ausgebildete Zähne, untaugliches Gebiss infolge
Krankheit.
Hals: Die obere Linie verläuft in einem eleganten Bogen vom
deutlich markierten Genickansatz zum Widerrist. Er soll von reichlicher
Länge sein, rund, kräftig, muskulös und trocken. Fehler: Kurz, dick,
lose Kehlhaut.
Vorhand: Die Vorderläufe müssen von vorn gesehen gerade sein,
parallel zueinander stehen und starke Knochen haben.
Schultern: Lang und schräg, straff mit dem Rumpf verbunden, sie
sollten nicht zu stark bemuskelt sein.
Oberarm: Lang und zum Schulterblatt in einem rechten Winkel
liegend.
Ellenbogen: Weder zu stark an die Brustwand angedrückt noch
abstehend.
Unterarm: Senkrecht, lang und trocken bemuskelt.
Vorderfusswurzelgelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht
aufgetrieben.
Vordermittelfuss: Kurz, fast senkrecht zum Boden stehend.
Pfoten: Klein, rund, geschlossen, dick gepolsterte Ballen mit
harten Sohlen. Fehler: "Französischer" Stand, lose Schultern,
lose Ellenbogen, schwaches Vorderfusswurzelgelenk, Hasenpfoten, flache,
gespreizte Pfoten.
Gebäude: Quadratisch. Der Rumpf ruht auf stämmigen, geraden Läufen.
Widerrist: Soll markiert sein.
Rücken: Soll, einschl. der Lendenpartie, kurz, fest, gerade,
breit und stark bemuskelt sein.
Kruppe: Leicht geneigt, flach gewölbt und breit. Das Becken soll
lang und besonders bei Hündinnen breit sein.
Brustkorb: Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Brusttiefe
beträgt die Hälfte der Widerristhöhe. Gut ausgebildete Vorbrust. Die
Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig gerundet, weit nach hinten
reichend.
Unterlinie: Verläuft in einem eleganten Schwung nach hinten.
Kurze, straffe Flanken, leicht aufgezogen. Fehler: Zu breite und
niedrige Front, durchhängender Rumpf, Karpfenrücken, Senkrücken,
magerer Rücken, lange schmale, scharf eingesenkte Lenden, schwache
Verbindung mit der Kruppe, gewölbte Lendenpartie, abfallende Kruppe,
enges Becken, Hängebauch, hohe Flanken.
Hinterhand: Sehr stark bemuskelt, die Muskulatur bretthart und
sehr plastisch hervortretend. Die Hinterläufe sollen von hinten gesehen
gerade sein.
Oberschenkel: Lang und breit. Hüft- und Kniegelenkswinkel möglichst
wenig stumpf.
Knie: Soll in der Grundstellung so weit nach vorn reichen, dass
es eine vom Hüfthöcker zum Boden gezogene Senkrechte noch berührt.
Unterschenkel: Sehr muskulös.
Sprunggelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht aufgetrieben.
Der Winkel beträgt ca. 140 Grad.
Hintermittelfuss: Kurz, mit einer geringen Neigung von 95 - 100
Grad zum Boden.
Pfoten: Etwas länger als die vorderen. Geschlossen, dick
gepolsterte Ballen mit harten Sohlen. Fehler: Schwache Muskulatur. Zu
wenig gewinkelte oder überwinkelte Hinterhand. Säbelbeine,
Fassbeinigkeit, Kuhhessigkeit, Hackenenge. Afterkrallen. Hasenpfoten,
flache, gespreizte Pfoten.
Rute: Der Ansatz eher hoch als tief, kurz kupiert (in vielen
europäischen Ländern gesetzlich verboten) und aufwärts getragen.
Fehler: Tiefer Ansatz.
Gangwerk / Bewegung: Lebhaft und voll Kraft und Adel. Fehler:
Watscheln, wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit.
Haut: Trocken, elastisch, ohne Falten.
Haarkleid: Kurz, hart, glänzend und anliegend.
Farbe: Gelb oder gestromt. Gelb kommt in verschiedenen Tönen
vor, von hellgelb bis dunkelhirschrot, jedoch sind die in der Mitte
liegenden die schönsten (= rotgelb). Schwarze Maske. Die gestromte
Varietät hat auf gelbem Grund in den obigen Abstufungen dunkle oder
schwarze, in Richtung der Rippen verlaufende Streifen. Grundfarbe und
Streifen müssen sich deutlich voneinander abheben. Weisse Abzeichen
sind nicht grundsätzlich zu verwerfen, sie können sogar recht
ansprechend sein. Fehler: über den Fang hinausreichende Maske. Zu dicht
aneinander liegende oder nur vereinzelt erkennbare Streifen. Schmutzige
Grundfarbe. Sich vermischende Farben. Unschöne weisse Abzeichen, wie
ganz oder halbseitig weisser Kopf. Andersfarbige oder solche, deren
Grundfarbe von mehr als einem Drittel Weiss verdrängt wird.
Grösse: Gemessen vom Widerrist, vorbei am Ellenbogen, bis zum
Boden.
Rüden: 57 - 63 cm / Hündinnen: 53 - 59 cm.
Gewicht: Rüden: über 30 kg (bei etwa 60 cm Widerristhöhe), Hündinnen:
ungefähr 25 kg (bei etwa 56 cm Widerristhöhe).
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack (Skrotum) befinden.
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